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KIND AUS SEIDE

von Leonie Ziem

Theater Duisburg
Premiere: vsl.: 10.04.2027

MIT: Teilnehmenden des Spieltrieb, Jugendclub im Theater Duisburg

REGIE: Damira Schumacher
AUSSTATTUNG: Bee Hartmann

BILD: artificial-stupidity-generiert

"es ist doch so: man liebt sich, und dann merkt man  eines morgens

der spuk ist vorbei"

"aber

ich habe gefühle für dich, unhandlich wie eine spülmaschine

und

man zweifelt

und dann sagt man sich

nein

den zweifel lass ich nicht zu

und das ist dann liebe"

STILLE

"ich

ich hab dich bezahlt"

Judith liebt keine Menschen mehr. Von ihrem Erbe legt sie sich eine Eisdiele und einen Sexroboter, ein sogenanntes Milchmädchen, zu: eine Artificial Stupidity, klüger als die AI, mit frühkindlichen Traumata, vulgärer Sprache und einem eigenen Willen. Für Judith ist es Liebe, aber die Sache mit dem freien Willen hatte sie sich anders vorgestellt. Als ihr Milchmädchen sie eines Tages überraschend verlässt, ist Judith am Boden zerstört und beschwert sich prompt beim Kundenservice. Dabei wollte sie doch allen zeigen, dass es sie sehr wohl gibt, die Liebe über die Speziesgrenzen hinweg, ganz gleich ob Lithium-Ionen oder rote Blutkörperchen, Siliziumfleisch oder Fettzellen! Aber darüber scheiden sich die Geister der protestierenden Öffentlichkeit.

 

Ist das Verlangen nach einem künstlichen Gegenüber nun Liebe oder bloß Liebe zum Konsum? Was soll das überhaupt sein, der freie Wille einer Maschine? Darf sich eine Ware der Verfügbarkeit entziehen? Sind die Maschinen letztlich freier als die Menschen, die sie erschaffen? Und wo bleibt zwischen Rechtfertigungsdruck und Konzerninteresse eigentlich die Liebe?

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